Café am Markt – Grüne drohen mit Verhandlungsabbruch
Stormarner Tageblatt vom 2. Februar 2012
Das nennt man wohl ein kleines Jubiläum, wenn auch ein unrühmliches: Zwei Jahre steht das ehemalige Café am Markt nun schon leer. Auf Nachfrage von Karin Hoffmann (Grüne) erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt in der Stadtverordnetenversammlung, dass es noch nicht zur Vertragsunterzeichnung gekommen sei. Dabei hatte der Finanzausschuss die Verwaltung bereits Mitte Dezember aufgefordert, mit Oke Käselau einen Mietvertrag für dessen Markthallenkonzept abzuschließen.
Den Grünen dauert das alles viel zu lange. Deshalb präsentierten sie gestern einen Antrag für die nächste Sitzung des Finanzausschusses: „Sollte bis zum 15. Februar der Mietvertrag nicht abgeschlossen sein, wird das Objekt neuen Interessenten angeboten, und zwar unter sachkundiger Hilfe einer im Gaststättengewerbe beziehungsweise in Geschäftsobjekten versierten Immobilienfirma.“ Karin Hoffmann wirft dem Interessenten vor, „alles ausreizen“ zu wollen. Auch das Vorgehen der Verwaltung findet sie wenig fachmännisch. „Das laienhafte Getüdel geht mir auf den Keks“, nimmt sie kein Blatt vor den Mund.
Doch damit stehen die Grünen ziemlich alleine da. CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller spricht Klartext: „Ich halte das für Blödsinn. Wir haben viel Zeit mit den Diskussionen vertrödelt, jetzt muss man auch mit dem Vertragsabschluss etwas Geduld haben.“ Nach allem was man höre, sei doch grundsätzliche Einigkeit vorhanden. Das sieht die SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann ähnlich: „Natürlich finde ich, dass da was passieren muss, aber solange ich die Hintergründe nicht kenne, hat der Antrag was von Kaputt-hauen.“
Bürgermeister Tassilo von Bary ist nach wie vor guter Dinge: „Herr Käselau hat Kompagnons ins Boot geholt, die müssen eine GmbH gründen, die Finanzierung klären und ein neues Konzept entwickeln.“ Das brauche seine Zeit. Auch seitens der Verwaltung mussten Fragen, beispielsweise zur Nutzung des Außenbereichs, geklärt werden. Grundsätzlich ist er guter Dinge. Tassilo von Bary: „Aber einen Termin nenne ich nicht mehr. Da habe ich mir bereits zu oft den Mund mit verbrannt, das tut langsam weh.“
A. Olbertz




